Aufgaben

(Kunst) Von der Straße - Albert-Einstein-Gymnasium Neukölln

DEEP goes vom 19.04. - 21.05.2021 aufs Albert-Einstein-Gymnasium, Berlin Neukölln und bietet dort für die Kunst- und Theaterschüler:innen das Projekt
"(Kunst) Von der Straße".

Die Künstlerinnen Sophie Wohlgemuth und Oliwia Hälterlein möchten mit diesem Projekt das Kunstverständnis der Jugendlichen erweitern und dazu einladen, Kunst neu zu entdecken und zu denken. Kunst wird bei DEEP als Tool für Empowerment verstanden, als etwas Zugängliches, das allen offenstehen sollte und als Werkzeug, das Techniken bereitstellt, die junge Menschen sich aneignen und nutzen können, um sich auszudrücken und eine Haltung zu politischen und sozialen Themen zu entwickeln.

Linkes Bild auf oberer Folie: Riverbed von Ólafur Elíasson

Das Projekt an der AEO NK findet innerhalb der Phase des Hybrid- und SalZh-Unterrichts statt. Die Bedingungen des Homeschooling und die permanenten unplanbaren Schulschließungen und Öffnungen sind eine große Herausforderung für die Schüler:innen.

Das passt inhaltlich zum Kerngedanken, mit dem DEEP entwickelt wurde: das Internet hat immer auf – und steht zu jeder Uhrzeit, unabhängig von Öffnungszeiten und dem Stillstand künstlerischer und kultureller Einrichtungen jedem Menschen (mit Internetzugang) offen. DEEP wertschätzt den virtuellen Raum mit seinen grenzenlosen Möglichkeiten und seinem innovativen Charakter, vergisst dabei aber ihre Zielgruppe nicht: wann immer es möglich ist, finden Offline-Phasen statt. Kunst wird auf der Straße gesucht, entdeckt und hergestellt. Die Ergebnisse werden im Pool dokumentiert und so wird das Analoge mit dem Virtuellen verschränkt. Trotz der kurzen Projektlaufzeit fanden zwei Feldstudien wahlweise in der Wohn- oder Schulumgebung statt, in der die Schüler:innen, angeleitet durch theoretische Inputs und ausgestattet mit Forschungsfragen und einem Worksheet, ihr Umfeld neu kennenlernten.

Dabei wurde Neukölln neu entdeckt und die Jugendlichen dazu angeregt, den Stadtteil als öffentlichen Kunstraum und sich als selbstwirksamen Teil davon zu begreifen und eine genuine Verbindung mit dem Teil der Welt, an dem die Jugendlichen real verortet sind, erzeugt: DEEP möchte in einer Zeit der Pandemie, in der der individuelle Radius auf einen Mikrokosmos zusammenschrumpft, gerade jungen Menschen neue Perspektiven und Strategien für das Leben auf engstem Raum vermitteln.

Häufige Assoziationen mit der Redewendung „von der Straße“ sind: obdachlos, dreckig, wertlos, eklig & gefährlich. Obwohl wir wahrnehmen, wer und was uns umgibt, entscheiden wir uns unbewusst oft dazu, die nähere Umgebung auszublenden, um schnell von A nach B zu kommen oder uns nicht mit weniger schönen Aspekten des urbanen Lebens auseinandersetzen zu müssen.
Das Bewusstsein für die Diversität unserer Gesellschaft, strukturelle Ungleichheit und die Gruppen, die weniger privilegiert sind und Ausgrenzung sowie Gleichgültigkeit in einem Maß erfahren, das sie durch Berührungsängste schlicht unsichtbar macht, ist für junge Menschen, gerade in einer Gesundheitskrise globalen Ausmaßes, ein wichtiger Meilenstein der persönlichen Entwicklung. Diese Themen können durch den inhaltlichen Ankerpunkt Neukölln stringent thematisiert werden, wodurch sich das Demokratieverständnis der Jugendlichen erweitert.

Weiterhin geschah durch die Untersuchung, gemeinsame Analyse, den Austausch und die Weiterentwicklung eine Umdeutung von Müll zu Kunst, indem Alltagsobjekte und Szenen im öffentlichen Raum beobachtet, entdeckt, dokumentiert, besprochen, zu Kunst transformiert und in der anschließenden Produktionsphase weitergedacht wurden und das eigene Kunstwerk inspirierten.
Die Jugendlichen lernten anhand unkonventioneller Herangehensweisen, offener Fragen und gestaltungsoffener Prozesse, mit ihrer Haltung zu experimentieren, diese zu argumentieren und im Austausch mit der (Kurs-)Gruppe in den künstlerischen Prozess und ihre Produktion zu integrieren. Tadaa: Experiment. Am Ende des Projekts findet eine virtuelle Werkschau, Diskussion und Evaluation mit dem gesamten Kurs statt und rundet die inhaltliche Auseinandersetzung ab, indem die Interpretationen, Prozesse und verschiedenen Wege der Umsetzung anderer Kursmitglieder rezipiert werden können.

Unsere Präsentationen haben wir mithilfe von canva.com erstellt.
Weitergabe und Vervielfältigung aller Inhalte dieser Seite, einschließlich der Downloads, nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch die Urheberinnen Oliwia Hälterlein und Sophie Wohlgemuth.
Nach § 60a Absatz 2 UrhG dürfen sämtliche Arten von Abbildungen (Bilder, Grafiken, Fotos, Zeichnungen etc.) vollständig für Unterrichtszwecke verwendet werden.

  • deep_woche-1-theater.pdf (12.64 MB)
  • deep_woche-1_kunst.pdf (13.98 MB)
  • deep_woche-2_theater-und-kunst.pdf (12.61 MB)
  • deep_woche-3_theater-und-kunst.pdf (6.74 MB)
  • Projekte

    (Kunst) Von der Straße

    Von Laslo Strong und Dodo Voelkel